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Video-Content: 6 gute Gründe, deinen Content-Mix zu erweitern

Dennis Schrader
verfasst von Dennis Schrader

Als jemand, der online Inhalte veröffentlicht, hat man verschiedene Möglichkeiten. Viele Blogger begnügen sich damit, Artikel zu schreiben, weil es halt „bloggen“ ist. In diesem Artikel zeige ich dir, warum es Sinn macht, über den Tellerrand zu blicken. Es gibt einige gute Gründe, warum auch Blogger mehr als nur bloggen können.

1. Breitere Aufstellung der Content-Arten

Ich sehe manchmal Kommentare auf Facebook, die den Eindruck erwecken, als würden die Personen sich an etwas festklammern, was sie als „bloggen“ bezeichnen. Artikel werden da manchmal als die einzig sinnvolle Art, Inhalte zu vermitteln angesehen. Für mich geht es nur um eine Frage: Wie kann ich am besten Mehrwert erzeugen, den meine Zielgruppe bequem und sinnvoll konsumieren kann und will.

Und da ist mir eine romantische Vorstellung vom „bloggen“ ziemlich egal.

Nicht jeder liest so gerne, wie er schaut

Fakt ist – nicht jeder liest gerne. Genauso hört auch nicht jeder gern, oder schaut sich etwas an. Die Menschen sind verschieden. Das zeigt sich auch in den Kommentaren. Es gab viele, die Podcasts gut finden, aber auch viele, die viel mehr auf Artikel abfahren.

Und du hast die Möglichkeit, Rücksicht zu nehmen. Einfach, indem du Inhalte produzierst, die zum Beispiel auf Video veröffentlicht werden. Podcasts sind natürlich auch eine Möglichkeit, aber darauf gehe ich hier nicht ein – schlicht, weil ich keine Erfahrungen damit habe.

Interessant für Podcasts: Podcast-Helden mit Gordon Schönwälder

So können die Leute, die eher visuell lernen und Inhalte aufnehmen auf deine Videos zurückgreifen, während die Leseratten weiterhin deine Artikel genießen.

Für manche Inhalte ist Video-Content besser geeignet

Eine Frage, die dann häufig auftaucht ist: Lohnt es sich, für jedes Artikel-Thema auch ein Video zu machen?

Ich sehe es so: Die meisten Infos kann man als Video gut oder sogar besser rüberbringen und verpacken als mit Text. Das gilt besonders für relativ schwer in Text zu verfassende Grundsatz-Infos wie zum Beispiel beim Thema Design. Aber auch Tutorials machen sich als Videos viel besser als mit Text.

Für mich stehen Artikel und Video auch nicht in Konkurrenz. Die Frage ist ja nicht, mache ich zu dem Thema jetzt ein Video oder einen Artikel? Die eigentliche Frage ist: Wie kann ich beides bestmöglich für das Medium aufbereiten und dann nutzen? Sonst haben am Ende die Zuschauer nur deine Video-Themen und die Leser nur deine Text-Themen. Auch doof, oder?

Schau einfach mal in deine Artikel-Archive. Ich möchte wetten, dass du einige Artikel findest, bei denen sich ein Video richtig gut machen würde.

2. Kaum jemand macht gute Videos

Ein gutes Argument für Videos ist für mich, dass kaum jemand dieses Medium gut nutzt. Zumindest gibt es nicht annähernd so viele Videos wie Artikel, wenn man sich mal so umschaut. Die heiße Frage ist natürlich: Was macht ein gutes Video aus?

Es muss für den Zuschauer relevant sein

Wie für jeden anderen Content, gilt auch für Videos, dass sie für den Zuschauer relevant sein müssen. Das kann über verschiedene Wege passieren. Deine Videos können Wissen transportieren, Motivieren, eine Geschichte erzählen, eine präzise Anleitung sein, zum Lachen anregen…

Das muss natürlich zu deiner Marke passen und zu dir selbst – aber ansonsten sind keine Grenzen gesetzt, wenn du kreativ bist.

Vernünftige Qualität

Ich bin klar der Meinung, du solltest dich nicht von fehlendem Equipment davon abhalten lassen, Videos zu machen.

Aber natürlich schaue ich mir lieber das HD-Video an, als das 360p-Video, wenn alle anderen Faktoren gleich sind. Der springende Punkt hier ist: 360p sind meiner Meinung nach immernoch besser als garkein Video.

Für die meisten sollte das aber keine Rolle spielen, weil wir doch alle unsere kleine HD-Kamera mit uns herumtragen oder? Ich mache momentan Videos mit meinem iPhone5c. Und die Qualität reicht für den Moment vollkommen aus.

Nutze also immer das Beste was du kriegen kannst, aber lass dich nicht aufhalten, wenn es keine DSLR-Kamera ist. Sobald du es dir leisten kannst, dann investiere in gutes Equipment. Pat Flynn lässt seine hochwertigen Videos von seinem videographer Caleb Woijcik produzieren. Die Qualität überzeugt, oder?

Branding im Video

Wenn Leute dein Video sehen, solltest du es ihnen einfach machen, sofort zu erkennen, woher es kommt. Wir nutzen zur Bearbeitung Premiere Pro von Adobe (ca. 24€/Monat im Creative Cloud-Abo). Damit kannst du problemlos deinen Videos ein Äußeres verpassen, was zu deiner Marke passt. Hier mal einige Beispiele, was ich meine:

Ausschnitt aus Premiere Pro

Ausschnitt aus Premiere Pro

Blog-Review #13 - Weniger ist mehr

Blog-Review #13 – Weniger ist mehr

3. Content, direkt für die Zielgruppe

Ich habe eben das Thema Relevanz für den Besucher erwähnt. Videos bieten einige coole Chancen, wie du ultra-relevant sein kannst. Heruntergebrochen auf die einzelnen Besucher! Hier ist, wie das geht:

Formate, die die Community einbinden

Ein gutes Beispiel sind unsere Blog-Reviews. Letztens hat uns jemand in einem kritischen Kommentar gesagt, dass doch niemand diese langen und von außen kaum strukturierten Videos anschaut.

Und es ist ein richtiger Punkt. Für manche mag es zu viel investierte Zeit sein, ohne zu wissen, was man bekommt, wenn man uns noch nicht kennt. Aber der entscheidende Punkt ist einfach. Die Blog-Reviews sind in erster Linie für genau eine Person. Nämlich den Teilnehmer, dessen Website wir uns anschauen.

Für den ist das Video so relevant, wie es nur sein kann. Schließlich beschäftigen wir uns mit deren Website! Es geht nicht um uns, oder darum, wie toll unser Newsletter ist. Sondern direkt um den Besucher. Dadurch hat der Mehrwert eine Tiefe, die man sonst schwer erreicht.

Natürlich geht das theoretisch auch mit Texten. Aber ist es wirklich das gleiche, als wenn man hört, wie sich zwei Leute über die eigene Website unterhalten und konstruktive Kritik und Ratschläge dalassen? Ich denke nicht.

Ebenfalls ein gutes Beispiel ist LBN-PrimeTime, wo wir jede Woche 5 Episoden produzieren, in denen wir Fragen der Community beantworten oder die AskGaryVee-Show, in der Gary Vaynerchuk genau das gleiche tut.

Starkes Vertrauen deiner Community

Hier ist eine unserer Lieblingsepisoden aus den Blog-Reviews mit unseren lieben Kollegen von Jolly&Luke, wo Jolly ihre Besucher mit Reiseberichten und passenden – köstlichen Rezepten verwöhnt. Wenn ihr nichts anderes tut, dann schaut euch nur mal ihre Artikelbilder an. Die sind so gut!

Man kann verschiedene Ziele mit einem Website-Projekt haben. Ob es ein Geschäft ist, nur ein Hobby oder etwas anderes. Aber eine Sache ist immer wichtig, um das Ziel zu erreichen. Und das ist das Vertrauen der Besucher. Auch dabei kann dir Video-Content unter die Arme greifen. Hier ist wie:

Du kannst deine Community einbinden

Ich habe dir eben erklärt, wie du deine Videos unglaublich relevant für den Besucher machen kannst. Und jetzt erwähne ich es nochmal, weil diese Relevanz und vor allem dein Einsatz auch für Vertrauen sorgen. Überlege mal – du investierst deine Zeit, um ein Stück Content zu produzieren was nur einer anderen Person gewidmet ist und ihr weiterhelfen soll.

In einer Welt, wo wenige Dinge so kostbar sind wie Zeit, kannst du damit deine gute Intention zeigen und somit Vertrauen schaffen. So bildest du eine echte Community, nicht nur eine Reihe von stillen Facebook-Fans.

Der Zuschauer lernt dich kennen

Videos sind für deine Besucher ein Weg, dich kennenzulernen. Heutzutage ist es extrem hilfreich, einfach eine nette Person zu sein. Wenn deine Besucher sehen, wie du drauf bist, dann wissen sie sofort, ob sie dich sympathisch finden oder nicht. In einem Blogartikel würde es viel länger dauern, bis deine Persönlichkeit richtig durchblitzt.

Dieses Gefühl des Kennens hilft deinen Zuschauern, Vertrauen aufzubauen. Aber es ist auch noch für etwas anderes gut…

Wem du unsympathisch bist, der schaltet weg – die anderen bleiben

Es sorgt nämlich dafür, dass du deine Community hochwertiger machst. Wenn deine Zuschauer dich kennenlernen, dann wissen sie sofort, woran sie sind. Der erste Eindruck ist schnell gemacht. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Person gefällt, was sie sieht, oder nicht. Und die Leute, denen du nicht geheuer bist, die kommen womöglich nicht wieder. Und das ist genau das, was gut ist.

So hast du am Ende eine Community aus Menschen, die dich mögen und dir folgen, weil du sie überzeugt hast. So persönlich, wie es online fast nicht besser geht.

5. Hohe Reichweite Reichweite, vor Allem bei Facebook

Bisher habe ich dir ein paar ungreifbare, wenn auch gute Gründe genannt, warum du Videos machen solltest. Aber auch die Zahlen überzeugen. Ich zeige dir mal, wieso ich Videos besonders auf Facebook so gerne poste.

Facebook Videos performen stark

Bevor ich viel erkläre, schau einfach mal selbst:

Facebook Statistiken

Das zeigt auf einen Blick, warum Videos auf Facebook so richtig Sinn machen. Die Reichweite ist in der Regel immer besser als bei einem Post mit Bild oder Link. Und das ist kein Zufall. Facebook macht kein Geheimnis daraus, dass es Videos als immer wichtiger bewertet und man liest an vielen Stellen, dass Facebook ernste Konkurrenz für Youtube ist. Das sehe ich genauso.

Wir haben teilweise knapp 1000 Video-Impressionen – bei grade mal knapp über 100 Likes auf Facebook eine beachtliche Zahl, finde ich.

Hier noch eine weitere Grafik zu dem Thema:

Social Bakers

Quelle: http://www.socialbakers.com/blog/2335-facebook-video-is-now-bigger-than-youtube-for-brands

6. Video ist aktuell Content-Art Nr. 1

Nicht nur auf Facebook zeigt sich das Bild ziemlich klar. Videos sind momentan die heißeste Content-Art. Neue Technologien wie Meerkat und Periscope liefern neue Möglichkeiten im Live-Streaming, Facebook priorisiert Video und auch auf Twitter, Instagram und Snapchat gibt es eine Video-Möglichkeit.

Ob du ein Trendfollower bist, oder nicht. Fakt ist, du kannst von dem aktuellen Hype sicher profitieren, wenn du auch Videos in hoher Qualität produzierst.

Fazit: Video Content ist eine große Chance

Ich habe dir in diesem Artikel mehr als 6 Gründe geliefert, warum Videos für dich als Marke eine sinnvolle Investition sind. Durch die technologischen Veränderungen und die Wichtigkeit in den sozialen Netzwerken kannst du wirklich starke Effekte erreichen, wenn du dir Mühe gibst. Ich frage mich wirklich, warum so wenige Leute Videos machen, obwohl es so viele gute Gründe gibt.

Was hält dich davon ab, Videos zu produzieren?

Über den Autor

Dennis Schrader

Dennis Schrader

Hi ich bin Dennis. Ich bin auf LBN dafür zuständig, dich mit Mehrwert zu bombardieren und dir zu zeigen, wie du das auch mit deinen Lesern machen kannst. Leser sollen zu Fans werden! Schreib mir auf Twitter wie ich mich mache! Hier unten Rechts ist der Link. Keine Faulheit, bitte!

6 Kommentare

  • Das stimmt alles und ich denke immer wieder darüber nach mit Videos anzufangen.
    Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht zu viel machen und sich lieber auf das konzentrieren, was man kann. Ich denke lieber kein Video, als ein schlechtes Video.
    Aber die 1000 Impressions, bei knapp über 100 Likes reizen schon ☺
    Mal sehen was die Zukunft bringt!
    Schöne Grüße,
    Marc

    • Hi Marc,

      ja, ich weiß was du meinst. Wir haben auch eine Zeit überlegt und es dann mal probiert. Und jetzt bin ich dankbar dafür, es probiert zu haben. Und ich bin niemand, der behaupten würde gut mit Videos zu sein. Demnächst kommt noch ein neues Format, wo ich auch selbst vor der Kamera stehe.

      Mir hat es geholfen, Schritt für Schritt zu gehen. Screencapture –> Kamera…

      Die wirkliche Schwierigkeit finde ich zu bemerken: Bin ich einfach kein Video-Typ oder bin ich einfach nur schlecht, weil es wie immer Übung braucht um gut zu werden?

      Und der einzige Weg um das herauszufinden ist, es wirklich zu probieren über einen längeren Zeitraum. So würde ich es wieder machen. 🙂

      Lass uns wissen, wenn du Updates hast! Ich schau es mir gerne an! 🙂

      Liebe Grüße
      Dennis

  • Ich kann euch nur zustimmen. Auch ich habe schon das ein oder andere Video gedreht. Das macht richtig viel Spaß, nimmt aber auch viel Zeit in Anspruch. Anfangs habe ich nur gedreht und das Video dann mit Musik unterlegt. Irgendwann habe ich dann auch Gesprochenes eingebaut und habe richtig Freude daran. Das werde ich auf jeden Fall ausbauen.
    Mir ist es sehr wichtig, dass meine Follower mich als Mensch kennen und eine gewisse Nähe zu mir aufbauen. Deshalb versuche ich auch mal, nicht so vorteilhafte Bilder von mir zu posten oder „Peinliches“ zu erzählen. Oder eben auch mal vor der Kamera direkt zu ihnen zu sprechen.
    Liebe Grüße
    Jessi

    • Hi Jessi!

      Ja, ich finde auch es macht extrem Spaß. 🙂

      Und du hast genau einen der riesigen Vorteile von Video genannt. Persönlichkeit kannst du glaube ich nirgendwo besser transportieren. Verletzlichkeit und Authentizität hilft dir bestimmt die Nähe aufzubauen, die du erreichen willst.

      Good Job!

      Liebe Grüße
      Dennis

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