Branding

Branding: Wie du die Macht einer starken Marke online nutzen kannst

Dennis Schrader
verfasst von Dennis Schrader

Harvard Business School Professor Gerald Zaltman sagt, der Prozess der Kaufentscheidung findet zu 95% im Unterbewusstsein statt. Wir kaufen Produkte selten wegen rationaler Gedanken, sondern vielmehr wegen unserer unbewussten Einflüsse.

Rationale Informationen5%
Unbewusste Informationen95%

Und egal, was du online tust. E-Commerce, Blogging, oder einfach nur deine Geschichte erzählen – du möchtest etwas.

Sales, E-Mail Abonnenten oder einfach Aufmerksamkeit.

Aber wie kann die Macht einer starken Marke auch für kleinere Projekte und Unternehmen genutzt werden? Ich zeige dir, was eine Marke ausmacht und die ersten Schritte, wie du deine eigene Marke im Online-Kontext aufbauen kannst. Für deinen Blog, dein Online-Business oder deine Firma.

Was ist eine Marke?

Stell dir mal für einen Moment eine Welt ohne Marken vor. Eine Welt ohne Nivea, Coca-Cola oder Starbucks. Ohne Apple, Google oder McDonalds.

Welche Creme würdest du kaufen? Wo würdest du deinen Kaffee kaufen? Und wenn du mal Bock auf Fast Food hast – welcher Burger soll es werden? Unabhängig davon, ob du gern zu Starbucks gehst, oder deinen Laptop bei Apple bestellst, kannst du eines erkennen:

[bctt tweet=“Marken sind eine Entscheidungshilfe.“]

Menschen nutzen sie, um Kaufentscheidungen zu treffen. Ich habe aufgehört, mir vorzumachen, dass ich ein iPhone habe, weil die Produktdaten besser sind als bei einem Samsung-Smartphone. Das Gegenteil ist sogar der Fall.

Stattdessen realisiere ich, dass ich mich einfach besser fühle mit einem iPhone. Es fühlt sich hochwertiger an, macht in der Benutzung mehr Spaß und macht mich einfach happy.

Apple hat es der Marke zu verdanken, dass es in einem der umkämpftesten Märkte der Welt mit seinem iPhone stark positioniert ist. Kleinere Produktpalette als die Konkurrenz, höhere Preise und eine Fan-Gemeinde, auf die jedes Unternehmen neidisch sein darf.

Ich zeige dir an einem einfachen Konzept, wieso Marken so wertvoll sind. Es ist das Figur-Grund-Prinzip. Es beschreibt, dass eine Figur niemals ohne ihren Hintergrund wahrgenommen werden kann. Und so kannst du es auch mit Produkt und Marke verstehen. Das Produkt wird niemals ohne den Hintergrund der Marke wahrgenommen. Figur-Grund-Prinzip

[bctt tweet=“Die Marke verändert den Wert des Produktes, den wir wahrnehmen.“]Produkte werden oft auf vergleichbarem Niveau sein, aber die Marke bietet den Spielraum zur Unterscheidung.

Wie bereits gesagt: Sie helfen, eine Entscheidung zu treffen. Und das kannst du nutzen, um unter vielen hochwertigen Konkurrenten zu dominieren.

Natürlich ist bei alldem vorausgesetzt, dass du Mehrwert bietest und dein Produkt hochwertig ist. Marken oder Marketing machen schlechte Produkte nicht zu guten Produkten.

Mit einer Marke kannst du dein Produkt also „aufladen“. Und es gibt zwei Möglichkeiten.

  1. Du entscheidest  bewusst, wie du die Marke aufladen willst und gehst die nötigen Schritte
  2. Deine Marke wird ohne Kontrolle mit vielleicht unerwünschten Attributen aufgeladen. Wahrgenommen wirst du immer – aber nicht immer gut.

Wie du deine Marke aufladen kannst

Starke Marken zu erschaffen ist eine große Aufgabe. Aber wie so oft, macht es zu Beginn keinen Sinn, sich mit den Besten der Besten zu vergleichen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die vielen einfachen Schritte, die man auf dem Weg zu einer starken Marke gehen kann.

Welche Elemente haben speziell online einen Einfluss auf die Wahrnehmung deines Projektes? Es gibt sicher viele, aber für den Start sind hier die meiner Meinung nach zwei wichtigsten.

  1. Design (Logo, Farbschema, Struktur, Grafiken, Typografie,…)
  2. Persönlichkeit (Videos, Fotos, Social Media, Tonalität, Stil,…)

1. Design als Branding-Element (Stufe 1)

Das Design ist das erste Element, das deine Marke zum Leben erweckt. Um als Marke wahrgenommen zu werden, musst du ein stimmiges Design bieten, das du auf allen Kanälen einheitlich verwendest. Zum Beispiel:

  • Website
  • Social Media Kanäle
  • Produkte
  • Videos
  • Fotos
  • Visitenkarten (falls du welche nutzt :P)

Stell es dir mal so vor: Wenn deine Marke auf allen ihren Kanälen gleich aussieht, dann wird sie von Menschen erkannt werden. Ganz von allein.

Wenn du kein bewusstes Design hast, dann gehst du unter zwischen all den anderen, die es besser machen. Du verspielst die Chance, dich zu positionieren in deinem Markt.

Steter Tropfen höhlt den Stein – und so ist es auch hier. [bctt tweet=“Mit der Zeit werden die Leute die Marke am Design erkennen – wenn es überall einheitlich ist.“]

Nochmal in Kurzform:

Hier sind einige Tools, die dir helfen werden, dein Design umzusetzen. Auch, wenn du kein Grafiker bist oder keinen kennst.

2. Persönlichkeit als Branding-Element (Stufe 2)

Das nächste Element einer vernünftigen Branding-Strategie ist die Persönlichkeit. Und damit meine ich nicht unbedingt deine eigene – ich meine die deiner Marke. Obwohl das auch dasselbe sein kann, wie bei vielen Bloggern zum Beispiel.

So oder so ist die Persönlichkeit ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Kennst du Gary Vaynerchuk? Er ist unter anderem CEO einer erfolgreichen Social-Media Agentur und Host einer eigenen regelmäßigen YouTube-Show. Außerdem ist er beliebter Keynote-Speaker und war sogar schon in Hamburg auf der Bühne.

Schau dir das folgende Video an. Dann erkennst du schnell, warum er für seine Persönlichkeit bekannt ist. Er polarisiert. Es mögen ihn sicher nicht alle. Aber die, die ihn mögen – lieben ihn.
(Dieses Video erscheint auf seinem Youtube-Channel, wenn du noch nicht abonniert hast.)

Ein weiteres Beispiel für eine starke Persönlichkeit ist Pat Flynn. Er tut unheimlich viel, was ihn als vertrauenswürdigen und ehrlichen Blogger erkennbar macht. Davon profitiert seine komplette Marke „SPI“ (Smart Passive Income) und natürlich seine Einnahmen von zuletzt deutlich über 100.000$ – im Monat.

Ein komplett anderer Typ – aber auch eine starke Marke.

Ein letztes Beispiel aus den deutschen Raum: Gordon (Schau ihn dir mal an, wenn du irgendwas mit Podcasts starten willst) hat genau wie ich letztens bemerkt: „Echte“ Posts von hinter den Kulissen funktionieren richtig gut als Ergänzung zu den typischen Postings. Das Stichwort lautet: Verletzlichkeit zeigen.

Erst kam das Video:

Seht, wie eine Koryphäe auf seinem Gebiet auf unnatürlich gute Art und Weise einen Text spricht – NICHT!
Sondern seht mir zu, wie ich an einem ganz einfachen Satz scheiter.

Posted by Podcast-Helden on Donnerstag, 23. Juli 2015

Dann kam der Post danach:

Gestern veröffentlichte ich ein unperfektes Video von mir und das kam bei euch gut an. Ich bekam zudem die Rückmeldung,…

Posted by Podcast-Helden on Freitag, 24. Juli 2015

Und die Antworten waren einstimmig: Ja, die Leser möchten mehr sehen.

Mit diesen beiden Postings hat Gordon es geschafft, seine sympathische Persönlichkeit allen zu zeigen – ganz natürlich.

Wie kannst du die Persönlichkeit deiner Marke transportieren? Ich möchte dir ein paar Ideen geben, mit denen du selbst experimentieren kannst.

  • Videos – offensichtlich nach den Beispielen (Wir machen die PrimeTime-Show und die LBN-Reviews)
  • Über die Story. Denk dabei an die About-Seite, Mission Statements, und ähnliche Bereiche
  • Dein Schreibstil. Klares Schreiben verlangt klare Gedanken. Du kannst gar nicht anders, als über deine Texte deine Persönlichkeit zu verraten – aber du kannst es bewusst verbessern
  • Deine Taten: Bist du für deine Community da, interessierst du dich offensichtlich nur für Geld?,…
  • Verletzlichkeit: Präsentiere dich nicht immer als super-routinierter Mensch. Es schadet nicht deinem Expertenstatus, wenn du menschlich bist. Das Verhältnis muss stimmen.

Marke = Macht

Wenn du es schaffst, eine Marke zu etablieren, wirst du davon profitieren. Die Leute kennen deine Marke durch bestimmte Eigenschaften, Erlebnisse oder das Aussehen und du hast die Macht, all deine Produkte, Artikel oder was du anbietest in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Und somit bekommen mehr Leute das zu Gesicht, wofür du hart arbeitest und die Welt ein Stückchen besser machst. Egal, ob mit einem Cupcake-Laden um die Ecke oder einem Foodblog, der Tausende inspiriert.

Das Ziel ist groß, aber ich habe dir heute die ersten kleinen Schritte gezeigt, die du sofort gehen kannst. Ist dein Design schon reif für eine Marke? Hast du die Persönlichkeit von deiner Marke schon definiert?

Ich freue mich über deine Kommentare und Fragen. Erzähl mir, welche Marke du hast und was sie ausmacht.

 

Über den Autor

Dennis Schrader

Dennis Schrader

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