Design

Der Design-Dreisatz für die perfekte Blog-Farbgebung

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Mark Lingk
verfasst von Mark Lingk

Freitag 9:30 Uhr…

Ich bin auf dem Weg zum regelmäßigen „LBN-Freitagsmeeting“ mit Dennis. Ich merke, wie ernst die Deutschen Karfreitag bezüglich der Öffnungszeiten von Geschäften nehmen.

Trotzdem wundert es mich ein wenig, dass die Hamburger Innenstadt um mittlerweile 10:00 Uhr immer noch so verschlafen und ungewohnt leer für mich wirkt.

Beim Gang durch die leeren Straßen, schnacken wir über LBN – sprechen über die Zukunft von unserem “Baby”… Okay, ich geb zu – das hört sich ein wenig komisch an 😉

Doch LBN ist jetzt ein paar Wochen alt und kann daher ruhig als unser Sprössling bezeichnet werden. Da der Wind ziemlich kalt ist und Dennis komischerweise schon dermaßen Sommergefühle verspührt, oder von seiner Motivation dauerhaft warm gehalten wird um im Sommer-Sakko rumzulaufen, peilen wir die Lobby eines nahegelegenen Hotels an.

Wir betreten die Eingangshalle – und ich fühl mich direkt wie Zuhause, nein fast besser noch. Kennt ihr das? – man betritt einen Raum und merkt einfach nur “Wow – hier fühl ich mich richtig wohl”

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Der Boden ist teilweise aus weißen Marmor, die dunkelbraunen Ledersessel strahlen Ruhe aus und passen perfekt zum restlichen Holzboden, der dunkelroten Wand und den weißen Orchideen.

Warum ich dir das erzähle? – es gibt bestimmt kein Element, welches so viel Wirkung erzielen kann wie Farben. Klar gehört zu jedem Design eine gute Struktur, und alle Designelemente sollten sich gegenseitig zu spielen.

Doch besonders Farben haben eine individuelle Wirkung auf jeden von uns

Das schöne am Umgang mit Farben: Es gibt kein “richtig oder falsch” und du musst kein Grafikprofi sein, um ein sicheres Farbgefühl zu entwickeln.

Mir persönlich helfen bei der Farbentscheidung im Blogdesign immer folgende zwei Fragen:

  • Für wen gestaltest du den Blog?
  • Und welche Bedürfnisse müssen befriedigt werden?

Oft wird der Fehler begangen, sich zu wenig seiner Zielgruppe zu widmen. Oder zu weit entfernt von ihr zu sein. Wenn du selbst Bestandteil deiner eigenen Zielgruppe bist, perfekt! – du kannst dir alle Fragen selbst beantworten und musst dich nicht in deine Zielgruppe versetzen (Stichwort Empathie).

Sollte das aber wie es des Öfteren vorkommt nicht der Fall sein, lass uns doch deiner Zielgruppe einen Schritt näher kommen.

Möglicher Leser deines Blogs: Tommy, männlich – 28 Jahre – überdurchschnittliches Einkommen – lesebegeistert.

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Wahnsinn! – jetzt haben wir alles was wir brauchen..

Am besten wir nutzen eine Geldschein-Textur für den Hintergrund und sorgen dafür, dass sich unverschämt viele Buchstaben auf die Seite quetschen. Jetzt haben wir alle Vorlieben unser Zielgruppe versorgt und können von uns behaupten unsere Zielgruppe zu befriedigen.

Oh – warte, haben wir doch nicht? NEIN

Woran das liegt? – Eine Zielgruppe lässt sich nicht mal eben, wie es gerne mal gemacht wird auf eine handvoll verschiedener Eckdaten runterbrechen. Man muss viel tiefer in die „Welt seiner Zielgruppe eintauchen“

Stell dir vor, du müsstest anhand einer Personenbeschreibung, deine Freunde wählen. Dann bekommst du ein ungefähres Gefühl, welche Informationen und Eigenschaften du über deine Zielgruppe wissen solltest.

Je nach Nische und Blogthema kann man den Umfang natürlich verringern oder erweitern. Es ergibt Sinn, sich eine fiktive Person aus der eigenen Zielgruppe bildlich vorzustellen und Schritt für Schritt wie die fiktive Zielperson zu denken. Je genauer du die Emotionen, Bedürfnisse und Vorlieben der eigenen Leser kennt, desto gezielter kannst du darauf eingehen!

Man muss keine jahrelange Marketing-Recherche betreiben, aber ein wenig Einfühlsamkeit hat noch niemanden geschadet (Meine Freundin würde mir zwar den Vogel zeigen und meine Einfühlsamkeit mit dem eines Kronkorken vergleichen, aber das soll uns nicht abhalten).

Als Grafiker muss ich mich kontinuierlich in meine Zielgruppe versetzen und lernen ihr Denken, Handeln zu verstehen. Das schafft man durch Empathie!

Ich hoffe ich kann dich mit ein paar gezielten Fragen und Tipps deiner Zielgruppe näher bringen, damit deine Design-Entscheidungen erleichtern und dein Blogdesign verbessern.

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Damit es nicht zu fiktiv wird, würde ich dir das Ganze mal anhand eines Reiseblogs vorstellen.

Nachdem du deine Zielgruppe auf die Standard-Eckdaten heruntergebrochen und eine fiktive Person aus deiner Zielgruppe vor Augen hast, gehen wir etwas tiefer in die Materie.

Eckdaten:

  • Name: Anna
  • 20 Jahre jung
  • Schule fast fertig
  • Ziele: Freiheit genießen bevor der Arbeitsalltag keine Reisen mehr zulässt, Leidenschaft für exotische Länder, Fotografie und fremde Kulturen.

Wie könnte Anna (deine fiktive Zielperson) aussehen? – Klischeedenken erwünscht

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So, darf ich dir vorstellen – das ist Anna! Da wir jetzt ein Gesicht vor Augen haben, können wir viel effektiver wie unsere Zielperson denken. Ich empfehle jedem bei so einer visuellen Zielgruppenanalyse mal ein Foto zu suchen um zu keiner Zeit den Pfaden zu verlieren.

Egal in welche Richtung du dich verrennst.. Schau auf das Bild, mach dich locker und versetz dich in die Person die du betrachtest.

An welchen Orten fühlt sich deine Zielgruppe am wohlsten?

Annas Wohlfühlorte:

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Meiner Meinung nach einer der wichtigsten Fragen, die du dir stellen solltest. Mit Orten sind nicht umbedingt Reiseziele gemeint, welche thematisch wahrscheinlich nur bei unserem jetzigen Beispiel passen würde.

Es sind Orte die jeder kennt.. Orte an denen man sich wohlfühlt, an denen man sich zurückziehen kann, welche einem Geborgenheit bieten oder welche einfach glücklich machen.

Du musst deinen Blog als virtuellen “Wohlfühlort” für deine Leser sehen.

Welche Bedürfnisse (Oder Probleme) hat deine Zielperson?

Bei einem Reiseblog ist es wahrscheinlich Fernweh.

Ich denke Leser von Reiseblogs werden oft vorm Rechner zu Hause lesen, während es draußen regnet und morgen der nächste monotone Arbeitstag im völlig farblosen Büro ansteht.

Für weniger wahrscheinlich halte ich, dass der größte Teil der Blogleser sich im Urlaub befindet und sich den Laptop bei 30 Grad am Strand bei Türkisblauen Wasser aufklappt. Um sich bei strahlendem Sonnenschein, Bilder von anderen Stränden an zugucken. Wenn doch, Hut ab – Das wäre dann wohl der Inbegriff von Paradoxie.

Daher sollte das Design mit den Bedürfnissen deiner Leser spielen.

Zurück zu Anna: Anna schreibt also in 6 Wochen ihre Abiturprüfung, sie lernt seit Wochen nur trockenen Lehrstoff und hat den blauen Himmel gefühlt das letzte Mal vor 200 Seiten durchforsteten Schulbüchern gesehen.

In ihr entsteht ein Bedürfnis, ein Verlangen nach fremden Orten, fremden Ländern, anderen Kulturen, nach lebendig sein – die Sonne auf der Haut zu spüren, durch das frische Meerwasser zu gleiten. Wälder zu durchqueren, die Natur zu erkunden. Einfach das Leben auf diese Weise zu genießen.

Fernweh ist kein Problem welches man endgültig befriedigen kann. Man sollte eher damit spielen und es ein wenig reizen. Man kann die Leser inspirieren und sie durch das Blogdesign und die Blogfotos ihrer eigenen Reise gedanklich ein Stück näher bringen.

Siehst du unsere Farben jetzt vor dir? – immer noch nicht?

Dann will ich dir mal auf die Sprünge helfen.

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Unsere Farben für dein Blogdesign:

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Es gibt für jede Nische Bedürfnisse, diese sind ein wichtiger Faktor deiner gestalterischen Entscheidungen. Bedürfnisse geben dir eine klare Vorlage für dein Design.

Finde die Bedürfnisse deiner Leser und versuche diese mit deinem Design möglichst intensiv zu befriedigen.

Hinweis: Ich benutze für die Erstellung von solchen Farbpaletten ein ganz einfaches und kostenloses Tool namens Coolors. In diesem Video erkläre ich dir,  was du tun musst, damit du in wenigen Minuten deine Farben findest.

Wie du in wenigen Minuten stimmige Farben für deine Website findestIn diesem Video zeigt dir Mark, wie du in wenigen Minuten mit einem praktischen Tool stimmige Farben für dein Blogdesign findest.

Hier findest du den ausführlichen Blogartikel: http://www.letsblognow.de/der-design-dreisatz-fuer-die-perfekte-blog-farbgebung/

Posted by Letsblognow on Sonntag, 12. April 2015

Hier mal ein paar weitere Beispiele:

Fitnessblogs: Bedürfniss = Motivation

Sport ist bei vielen ein kontinuierlicher Wettkampf mit dem hauseigenen Schweinehund. Es ist viel mentaler als zum Beispiel der Gang ins Gym oftmals von Außenstehenden abgestempelt wird. Jeder der kontinuierlich Sport betreibt, sich verbessern möchte oder eine Sportart auf einem Niveau betreibt, welches dem eines Gelegenheitsjoggers oder einer sportlichen Eintagsfliege überschreitet, kennt es.

Man kann nicht 365 Tage im Jahr 24/7 motiviert sein, selbst die mental fokussiertesten Sportler beziehungsweise Athleten haben schwache Momente.

Wenn du einen Fitnessblog betreibst sollte dein Design voll visueller Motivation fast den Bildschirm sprengen. Dynamische Farben, kräftige Farbtöne, emotionale Bilder, kraftvolle Typografie.

Nach einem Besuch bei deinem Fitnessblog werden deine Leser im Gym, oder auf dem Sportplatz übernachten wollen. Sie werden um eine extra Trainingseinheit betteln! – warum? Weil sie durch deinen Blog genau bekommen haben, was sie brauchen.

Dein Blog hat also allein vom Design seinen Job par excellence erledigt! Das wird sich jeder Besucher merken. Bedürfnisse werden nur temporär befriedigt. Du kannst dir also sicher sein, dass dein Blogathlet beim nächsten schwachen Moment (Verlangen nach dem jeweiligen Bedürfnis) deinen Blog erneut inhalieren wird.

Unsere Farben für dein Blogdesign:

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Foodblogs: Bedürfniss = Inspiration

Essen ist Luxus und Leidenschaft zu gleich. Die Menschheit liebt gutes Essen! Dein Blogdesign sollte also Appetit anregen und inspirieren. Nach dem Besuch bei deinem Blog, sollte einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, warum?

Weil du sonst etwas falsch gemacht hast.

Design muss Emotionen erzeugen. Und die einzige Emotion nach dem Durchforsten deines Foodblogs sollte doch ein Verlangen danach sein, sich mal wieder richtig Mühe in der Küche zu geben, sich mal wieder richtig was zu gönnen – dem Reiz nicht wiederstehen zu können und einfach Bock auf “Food” zu haben!

Daher sollte dein Design durch die Farben schon mal mit etwas Schmackhaften in Verbindung gebracht werden. Sei es Farben von exotischen Gewürzen, Grüntöne von frischen Kräutern, oder ein dunkles Braun als Basiston für schmackhafte Lebensmittel.

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Unsere Farben für dein Blogdesign:

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Technikblogs: Information

Technikblogs fallen etwas aus der Reihe. Informationsbedarf ist wohl das primäre Bedürfnis von Technikblog-Lesern. Daher sollte das Blogdesign den Informationen nicht im Weg stehen. Im Gegensatz zu solch kräftigen Farben wie bei Fitnessblogs, sind hier Farben in abgeschwächter Deckkraft angesagt. Daher würde ich auch von extremen Farbkontrasten absehen. Keep it clean – keep it simple! Mehr kann man dazu nicht sagen.

Steh dem Bedürfnis deiner Besucher nicht im Weg.

Unsere Farben für dein Blogdesign:

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Ich hoffe, ich konnte dich deiner Zielgruppe ein wenig näher bringen.

Wenn es Dinge gibt, die du anders siehst – freue ich mich sehr über ein Kommentar. Außerdem kannst du dich gerne für unseren LBN-Newsletter eintragen um weitere 20 Farbpaletten zu bekommen.

Ach ja, dieser Beitrag ist mein erster Blogartikel überhaupt. Du erlebst also grade etwas Historisches 😀

Mark

20 Farbpaletten für dein Blogdesign!

Über den Autor

Mark Lingk

Mark Lingk

Hey, ich bin Mark. Grafik & Screendesigner aus Hamburg und Mitgründer von Letsblognow. Ich bin zuständig für den Grafischen Bereich und zeige euch, wie ihr auch als Anfänger ein schönes Blogdesign erstellen könnt und worauf es wirklich ankommt beim Design.

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