Allgemein

Effizienz: Welche 4 beliebten Tätigkeiten deine wertvolle Zeit verschwenden

Dennis Schrader
verfasst von Dennis Schrader

Ich versuche beim Schreiben von Artikeln, dem Produzieren von Videos und allgemein beim Bieten von Mehrwert möglichst effizient zu sein. Das Pareto-Prinzip ist dir vielleicht ein Begriff, nach dem es nur 20% des maximalen Inputs benötigt, um 80% der maximalen Ergebnisse zu erzielen.

Dieser Artikel stellt keine definitive Liste da. Vielmehr möchte ich aus meiner Erfahrung sprechen und die Frage anregen, wie viel von dem, was viele vielleicht für „normal“ halten keinen nennenswerten positiven Effekt hat.

Ich habe die Liste geschrieben, für die ich vor einigen Monaten sehr dankbar gewesen wäre, also hoffe ich, sie leistet das gleiche auch für dich.

1. Diskussionen mit Partnern (oder sich selbst)

Wie du vielleicht weißt, arbeite ich an Letsblognow mit einem Partner zusammen. Mark ist seit über 7 Jahren Grafikdesigner und unterstützt mich mit dem Design des Blogs, Grafiken und nützlichen Artikeln zum Thema Design. Die drei hier sind einen besonderen Blick wert:

Wie du dir denken kannst, nimmt mir das eine Menge Arbeit ab und sorgt dafür, dass alles immer schick aussieht. Aber Partnerschaften neigen auch dazu, für Diskussionsstoff zu sorgen. Natürlich ist man nicht immer einer Meinung. Und Diskussionen kosten Zeit – manchmal viel Zeit.

Und nicht nur das: Wie oft bist du aus einer Diskussion oder einem Streit mit positivem Effekt rausgegangen? In Dale Carnegie’s „How to Win Friends and Influence People“ gibt es ein ganzes Kapitel mit dem Titel: „You Can’t Win an Argument“, in dem es heißt:

“You can’t win an argument. You can’t because if you lose it, you lose it; and if you win it, you lose it. Why? Well, suppose you triumph over the other man and shoot his argument full of holes and prove that he is non compos mentis. Then what? You will feel fine. But what about him? You have made him feel inferior. You have hurt his pride.” – Dale Carnegie

 

Mit diesem Gedanken scheint es um einiges sinnvoller, auf sinnlose Diskussionen zu verzichten und sich an Arbeit zu machen, die für messbare Ergebnisse sorgt. Eine konstante Herausforderung, die Mark und ich ständig verbessern und wir sind happy, dass wir gegenseitig schnell merken, wenn Gespräche in nutzlose Themen abdriften.

Das gleiche gilt in gewisser Hinsicht auch für Diskussionen, die du mit dir selbst führst. Dein größter Feind beim effizienten Arbeiten ist Perfektionismus.

2. Häufige kleine (Design-)  Änderungen für’s Ego

Diskussionen hatten wir auch häufig über Design-Fragen. Die Auswahl eines geeigneten WordPress-Themes, die Strukturierung der Inhalte auf dem neuen Theme und Kleinigkeiten wie Logos, Abstände und Schriftarten.

Ich finde Design hat eine klare Position auf der Prioritäts-Liste. Und diese ist für mich weiter unten als es Mark und viele andere wohl sagen würden.

Es gibt Faktoren, die sind essentiell für einen erfolgreichen Blog  und Faktoren, die verstärken oder beschleunigen den Erfolg.

Essentiell sind in meinen Augen die hohe Qualität der Inhalte, Ausdauer und Regelmäßigkeit, das richtige Mindset und die Fähigkeit aus Fehlern zu lernen. Verstärkend sind für mich Faktoren wie Design, gute Nutzung von Copywriting und andere „Feinheiten“.

In einfachen Worten: Ein hässlicher Blog mit guten Inhalten wird erfolgreicher sein als ein professionell designter Blog mit schlechten Inhalten. Natürlich ist die beste Lösung ein professionell aussehender Blog mit guten Inhalten. Aber du solltest nicht vergessen, was das Wichtigere von beidem ist.

Und die sinnvolle Lösung ist für mich, sich einmalig über ein strategisch und grafisch gutes Design Gedanken zu machen, was den Webauftritt zu einer Marke macht. Dieses Design solltest du dann konsequent umsetzen, bis du zufrieden bist und dann ist das Thema Design im Großen und Ganzen gegessen.

Verzichte auf die kleine Änderung im Farbton, den kleinen Abstand zwischen Header und Content und die Schriftgröße im Optin-Bereich. Das gilt, wenn dir solche Kleinigkeiten regelmäßig auffallen und auf die Nerven gehen. Manchmal änderst du nach Wochen deine komplette Meinung, um Wochen darauf wieder zurückzurudern.

Ich weiß wovon ich rede, denn genau so ist es mir gegangen.

Die Chancen stehen gut, dass es Niemanden deiner Leser interessiert, worüber du dir den Kopf zerbrichst. Stattdessen möchte er wertvolle Erfahrungen, Inspiration oder Strategien von dir lernen. Verzichte auf diesen Egoismus, wenn du kannst.

3. Andere Blogs lesen

Tim Ferriss (lohnt sich, zu recherchieren) spricht häufiger von dem Konzept des „Just-In-Time-Learning“ als sinnvollen Ersatz für das üblichere „Just-In-Case-Learning“.

Das bedeutet: Stopfe dein Gehirn nicht mit allen möglichen Informationen voll, die du irgendwann mal brauchen könntest („Just in case..“), sondern suche gezielt nach den Informations-Häppchen, die du für die Aufgabe brauchst, die vor dir liegt („Just in time“).

Das gilt auch, aber nicht nur für das Lesen anderer Blogs.

Ich habe mich oft dabei ertappt, andere Blogs zu lesen unter dem Vorwand der „Inspiration“. Und das kann Sinn machen, wenn du mal nach Artikel-Ideen suchst – was uns aber wieder zu „Just-In-Time-Learning“ führt.

Hier ein kleiner Gedankenanstoß: Liest du andere Blogs wirklich, um dich zu inspirieren? Oder ist es häufiger Neugier, „was die anderen so machen“ – nur eine weitere Möglichkeit, sich selbst vor der harten Schreib-Arbeit zu drücken?

4. Nachdenken

Manchmal ist es nämlich einfach das Richtige, etwas Praktisches zu tun. Zwing dich nicht, immer der Beste zu sein. Wichtig ist, dass du auf der Matte stehst und regelmäßig dabei bist. Das gilt insbesondere, wenn du ein guter Schreiber werden möchtest. Schau dir dazu mal Nummer Drei meiner 35 Blogging-Tipps an.

Kontinuität ist wichtiger als gute Leistung in jedem Moment.

Denn eines ist sicher – durch besonders viel Nachdenken sind noch nie greifbare Ergebnisse entstanden. Wenn du nichts machst, kannst du zwar nichts falsch machen – aber eben auch nichts richtig.

Das nimmt dir die Chance dich zu verbessern.

Ich habe diese Erfahrung besonders beim Start von Letsblognow und bei der Entwicklung der Content-Strategie gemacht. Alle schlauen Gedanken und Ideen sind heute nicht mehr beständig, weil ich durch das machen viel mehr gelernt habe.

Wenn du aus diesem letzten Punkt etwas mitnimmst, dann lass es das hier sein: Wissen ist nicht Macht. Umsetzung ist Macht.

Ich möchte diesen Artikel mit einem Zitat von Les Brown beenden und dich motivieren weniger Zeit mit Dingen zu verbringen, die nur auf den ersten Blick wirklich etwas bewirken.

“The graveyard is the richest place on earth, because it is here that you will find all the hopes and dreams that were never fulfilled, the books that were never written, the songs that were never sung, the inventions that were never shared, the cures that were never discovered, all because someone was too afraid to take that first step, keep with the problem, or determined to carry out their dream.” – Les Brown

 

Welche Tätigkeit, der viele Leute nachgehen, die aber eigentlich nur Zeit frisst kennst du? Ich will an meiner Effizienz weiter arbeiten und bin sicher, du hast auch solche Erfahrungen gemacht.

Cheers und danke fürs Lesen!
Dennis

 

 

Über den Autor

Dennis Schrader

Dennis Schrader

Hi ich bin Dennis. Ich bin auf LBN dafür zuständig, dich mit Mehrwert zu bombardieren und dir zu zeigen, wie du das auch mit deinen Lesern machen kannst. Leser sollen zu Fans werden! Schreib mir auf Twitter wie ich mich mache! Hier unten Rechts ist der Link. Keine Faulheit, bitte!

7 Kommentare

  • Sehr guter Beitrag. Nummer 3 finde ich aber nicht ganz richtig. Egal ob Blogs, Bücher, Zeitungen… lesen ist wichtig! Du erweiterst damit deinen Horizont. Außerdem brauchst du ja Ansatzpunkte, die du später ggf. vertiefen kannst. Also z.B. wenn ich nicht weiß, dass es Kamera XYZ gibt, dann werde ich niemals damit in Kontakt kommen.
    Richtig ist, dass ich nicht sofort alles über die Kamera wissen muss. Das reicht, wenn es konkret wird.

    Schöne Grüße,
    Marc

    • Hi Marc,

      danke für das Lob. Und noch mehr für den wichtigen Einwand. Ich stimme dir komplett zu, was das lesen angeht. Ich versuche so viel zu lesen, wie möglich. Und mir ist auch das Medium (Blog, Zeitung oder Buch) egal, solange ich irgendeine Form von Spaß, Fortschritt oder Bereicherung spüre.

      Ich glaube nur, man neigt von alleine dazu, zu viel unnützes Zeug zu lesen, vor allem online und in Zeitungen. Und deshalb ziele ich mit meinem Rat bewusst in die andere Richtung. Also definitiv: ganz klarer Daumen hoch für Lesen. Ich liebe es selbst. Aber nicht alles verdient die Aufmerksamkeit, die es manchmal bekommt. Und ich meine damit speziell auch so Konkurrenz-Blogs oder so. Der Teil, wo man Inspiration oder Ideen bekommt ist schnell vorbei.

      Was denkst du speziell zum Lesen von Themen, über die man selbst veröffentlicht?

      Und dein Kamera-Beispiel ist sehr gelegen. Ich habe tatsächlich überlegt, das mit in den Artikel aufzunehmen. Eine gute Methode für „Just in Time – Learning“ die Tim Ferriss selbst nutzt glaube ich – ist das speichern von relevanten Quellen in Evernote.

      So hast du sofort griffbereit, was du mal brauchen könntest – sofort, wenn du es brauchst. Das schützt vor Verlust von interessanten Artikeln, Tests, etc.

      Guter Punkt und toller Kommentar!

      Liebe Grüße aus Hamburg!
      Dennis

      • Ach sind wir doch mal ehrlich, man speichert und speichert und speichert für die Zukunft, liest es aber trotzdem nie. Ist bei mir zumindest bei einem Großteil der gespeicherten Quellen so. Lieber googlen, wenn man was wissen will 🙂

        Bei den Konkurrenz-Blogs bin ich ganz bei dir, lese ich fast gar nicht. Kurios, weil mich die Themen ja interessieren müssten!? Vor allem verwässert das den eigenen Stil.

        Sagen wir als Fazit von Punkt 3 mal so:
        Lesen ja, auf jeden Fall. Überlege dir aber vorher ob das a) überhaupt sein muss (dazu gehört auch, dass man ein schlechtes Buch weglegt, oder Artikel nur überfliegt) und b) ob es nicht später gelesen werden kann.

        Liebe Grüße,
        Marc

        • Ja, aber das ist ja genau das gute an Evernote. Ich speicher es nicht zum später-lesen. Sondern zum Lesen, wenn ich es brauche. Auch wenn ich es vielleicht nie wirklich brauche. Das gilt natürlich nicht für Unterhaltung und so. Cool: Wenn ich den Web-Clipper installiert habe, zeigt sogar die Google-Seite die Evernote-Ergebnisse rechts mit an. 🙂

          Ja, das mit dem verwässern befürchte ich auch.

          Ich würde noch ergänzen, dass man direkt Themen ganz weglässt, die „interessant“ erscheinen, aber nicht bei der Erreichung der aktuellen Aufgabe helfen. Und dann halt für eventuellen späteren Gebraucht speichert.

          Aber das beste Rezept ist nutzlos, wenn man es nicht nutzt. Insofern sicher für jeden in den Feinheiten anders. 🙂

          Liebe Grüße,
          Dennis

          • Hm… das mit dem Evernote-Ergebnissen ist interessant. Muss ich wohl den 400. Versuch starten um doch noch mit dem Tool warm zu werden. 😀
            Kein Plan wieso das mit mir und Evernote nix wird… aber das mit den Suchergebnissen ist so geil, dass ich es sofort nochmal probiere!!

          • Ich habs auch letztens erst bemerkt durch Zufall 😀

            Aber ich hab auch vor kurzem erst wieder angefangen es viel zu nutzen. Mal sehen. 🙂 Praktische Funktionen hat es allemal.

Schreibe einen Kommentar