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Perfektionismus: Der Nr.1-Grund warum die meisten Menschen scheitern

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Dennis Schrader
verfasst von Dennis Schrader

Ist dir mal aufgefallen, was viele beliebte Publikumslieblinge aus Action- oder Heldenfilmen gemeinsam haben? Ich rede von den Spidermans, Hulks und Iron Mans dieser Welt. Von Figuren wie Rambo, Rocky, oder James Bond.

Es gibt eine Erscheinung, die sie alle vereint.

Die Kombination aus Stärke und Verletzlichkeit. Und ich sage bewusst nicht Schwäche, sondern Verletzlichkeit. Denkst du Hulk wäre als armeen-zerstörendes Monster auch so symphatisch, wenn er nicht immer diese eine Geliebte schützen würde?

Ist James Bond nicht gerade so interessant, weil hin und wieder auch der Mensch durchblitzt? In diesem Artikel lernst du, was du von diesen Hauptfiguren lernen kannst, um deine Leser zu wirklichen Fans zu machen.

Es ist Zeit, authentisch zu sein! 😉

Warum perfekt sein schlecht ist

Nach der Einleitung hast du vielleicht schon eine Idee, worauf ich hinaus will. Aber warum ist Perfektionismus eigentlich etwas schlechtes?

Lass mich erklären:

Zunächst zählt der Zusammenhang. Ich würde mir zum Beispiel nicht von Volkswagen wünschen, dass sie weniger perfektionistisch an der Sicherheit eines Autos arbeiten.

Oder das mein Maßanzug bei meinem Lieblingsschneider plötzlich gar nicht mehr so perfekt sitzt, wie er sollte.

Bei Bloggern ist das allerdings etwas anders. Wir haben nicht das eine Produkt, was am Ende fertig ist.

Der Blog entwickelt sich ständig weiter. [bctt tweet=“Du bist immer nur so gut, wie dein letzter Post.“]

Was passiert nun, wenn du perfektionistisch da ran gehst?

Deine Ansprüche hindern dich daran, zu liefern.

Ich war vor einigen Tagen in Hamburg zu Besuch im Facebook-Hauptquartier. Und an der Wand hingen viele inspirierende Poster. Eines davon sagte einfach: “Just Ship It”

Verstehst du, was dahinter steckt?

Es bringt niemandem was, wenn du wochenlang daran arbeitest, deine eine Idee 100% perfekt zu formulieren.

Hälst du deinen Video-Content zurück, weil du mit dem Licht nicht zufrieden bist? Ist der Ton nicht perfekt?

Oder veröffentlichst du deinen Blogartikel nicht, weil er keine 1000 Wörter hat?

Dann habe ich eine einfache Frage für dich:

Sind diese Entscheidungen gut für dein Ego oder gut für deine Leser?

Du tust deinen Lesern keinen Gefallen, wenn du nur “Perfektes” veröffentlichst. Schlicht, weil du dann viel seltener veröffentlichst. Oft sogar gar nicht. Und viel langsamer heraus, was deine Leser eigentlich wollen. Das ist in einem Artikel auf Toushenne schön ausgeführt.

Und das alles nur, damit du einen perfekten Artikel hast. Ein perfektes Video.

Soll ich dir was verraten? In der selben Zeit habe ich 4 Blogartikel, und 3 Videos veröffentlicht. Und mir die Chance erarbeitet, aus der Resonanz zu lernen.

Ganz zu schweigen von den neuen Lesern, Followern und generell mehr gutem Content.

Klingt überzeugend? Aber das war doch erst ein Grund. 😉

Weniger Content = Weniger Mehrwert

Das dein Content gut sein muss, ist eine Selbstverständlichkeit. Darüber schreibe ich an anderer Stelle:

Unter dieser Voraussetzung sollten wir uns mal über Mehrwert unterhalten. Ich bin ein Fan von einfachem Mathe bei sowas.

Und auch wenn die Zahlen aus der Luft gegriffen sind, sollte die Sache klar werden:

Nehmen wir mal an, du möchtest einen perfekten Artikel schreiben. Jedes Wort macht Lust auf das nächste. Die Überschriften sind verführerisch. Du hast eine Story mit einem roten Faden (sollte ich vielleicht wieder von Hulk und James Bond erzählen? :D).

Und ein Ende, was mich in den Newsletter geradezu zwingt!

So weit so gut. Nun zum Mathe-Part.

Ich behaupte: 80% des Mehrwertes, den dieser Artikel liefert sind in 20% der Zeit entstanden.

Es wäre albern zu behaupten, dass diese Zahlen komplett akkurat sind. Das ist mir schon klar.

Aber ist es nicht so, dass der übermäßige Feinschliff das Zeitraubende ist? Mark und ich haben früher bei Artikelbildern bis zu 10 Revisionen gehabt. Ich war unzufrieden mit einem kleinen Detail, was dir wahrscheinlich nicht einmal auffällt.

Nicht lohnenswert.

Heute freuen wir uns über die 80%. Das hat 2 Gründe.

  1. Aus 80% werden durch Lerneffekte, bessere Arbeitsgewohnheiten und einfach durch Fortschritt mit der Zeit 90% oder mehr.
  2. Wir sparen 80% an Arbeitszeit, die wir in neue, hilfreiche Artikel investieren können.

Und da sind die positiven Lerneffekte von Artikel zu Artikel noch nichtmal aufgeführt.

Du könntest außerdem auch dem guten Tipp von Vladislav Melnik oder auch Derek Halpern folgen. Mehr Promotion für deine Blogartikel und weniger schreiben.

Und jetzt rechnen wir.

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Von Mal zu Mal besser werden

Ich sage es oft und gerne auf LBN: Bloggen ist kein Sprint. Es geht nicht darum, einmal 100% zu geben. Es geht darum, konstant gute Leistung zu bringen. Bereit zu sein für Vebesserung. Fehler zu machen und daraus zu lernen.

Und genau das kannst du tun, wenn du dich traust. Wenn du es wagst, nicht perfekt zu sein. Beim Schreiben eines Artikels kannst du viel lernen. Das gilt natürlich auch für Videos, oder jede andere Content-Form.

Es gilt für das Leben, oder?

Aber der Punkt wo du lernst, ist nicht, wenn du stundenlang vor dem selben Artikel sitzt. Er ist da, wenn du von Artikel zu Artikel Unterschiede spürst.

Wenn dir plötzlich bessere Worte zufliegen. Wie aus dem nichts.

Wenn du schon beim Schreiben weißt, dass es ein riesiger Mehrwert ist. (Das habe ich übrigens grade :P)

Aber genauso, wenn du deinen Lesern zuhörst und die Erkenntnisse umsetzt. Welche Artikel bekommen die meisten Kommentare? Was sagen die Leute?

Stell dir mal allein den Unterschied an Feedback-Möglichkeiten vor. 1 Artikel oder 5 Artikel?

Es wäre eine Verschwendung von Potenzial, das nicht zu nutzen.

Fehler sind symphatisch

Endlich! Jetzt kann ich wieder von Helden erzählen. 🙂

Mal im Ernst: Kein Mensch wird dich dafür mögen, dass du perfekt bist. Weißt du warum?

Weil niemand perfekt ist. Es ist einfach nicht menschlich.

[bctt tweet=“Leute verknüpfen sich über ihre Fehler. Über die kleinen Makel, die jeder mal hat.“]

Und alles andere ist nicht hilfreich, wenn du als Person überzeugen willst. Wenn du echtes Vertrauen willst. Wir wollen Leser zu Fans machen.

Man wird nicht wirklicher Fan eines Roboters. Und wenn doch, warum dann? Vielleicht weil er wirkt wie ein Mensch?

Wie du erfolgreich unperfekt bist

Du weißt jetzt, warum es dir nicht hilft, perfektionistisch zu sein.

Aber das macht es nicht zu einer leichten Aufgabe. Ich möchte dir ein paar Taktiken geben, die ich selbst nutze, um meinen Drang zur Perfektion zu zügeln.

1. Sei schneller (Deadlines)

Es kann ziemlich hilfreich sein, mit einer engen Deadline zu arbeiten.

War es nicht bei dir auch so? Von der Grundschule bis jetzt hin zum Studium. Wann fängt man an für die Klausur zu lernen? 4 Wochen vorher, wie es vielleicht Sinn macht?

Letztes Semester habe ich meine wissenschaftliche Arbeit in 2 Nächten geschrieben. Du kennst das nicht? Streber!

Aber du verstehst, was ich meine:

Wenn du ein wenig Druck hast, hast du garkeine Zeit, dich um unwichtige Details zu kümmern. Du musst einfach liefern.

Und im Gegensatz zur wissenschaftlichen Arbeit hast du nicht nur einen Versuch.

[bctt tweet=“Du kannst jeden Tag besser werden!“]

2. Erlaube dir, scheiße zu schreiben

Darüber habe ich schon mal geredet. Manchmal hockst du halt vor dem Rechner und es kommt nur Müll raus. Aber das ist okay. Wirklich.

Und es passiert jedem (Menschen).

Konzentriere dich auf das, was du sagen willst. Und gebe dein Bestes. Wenn du komplett unzufrieden bist, dann leg dich schlafen und probiere es am nächsten Tag nochmal.

Aber:

[bctt tweet=“Verwechsle deine Unzufriedenheit nicht mit der deiner Leser.“]

3. Verzichte einfach mal auf ewige Revisionen

Klingt easy? Ist es eigentlich auch. Lass es einfach gut sein.

Im Ernst. Höre auf an jeder Formulierung rumzuspielen. Du willst hier Mehrwert liefern. Und das besteht aus “Mehrwert” und “liefern”.

[bctt tweet=“Vergiss nicht das “liefern” in “Mehrwert liefern”!“]

Mit diesen Taktiken hast du ein paar Ideen bekommen. Aber im Grunde ist es eine Gewohnheit. Und die kann man sich abgewöhnen.

Fazit:

In diesem Sinne. “Erlaube dir, scheiße zu schreiben”, wie ich es schon in den 35 Blogging-Tipps gesagt habe. Sei der symphatische Held, den die Leute mögen können. Dann werden dich deine Leser auch mögen.

Versuche nicht perfekt zu sein. Es klappt sowieso nicht. Und das muss es auch nicht. James Bond ist es auch nicht.

Über den Autor

Dennis Schrader

Dennis Schrader

Hi ich bin Dennis. Ich bin auf LBN dafür zuständig, dich mit Mehrwert zu bombardieren und dir zu zeigen, wie du das auch mit deinen Lesern machen kannst. Leser sollen zu Fans werden! Schreib mir auf Twitter wie ich mich mache! Hier unten Rechts ist der Link. Keine Faulheit, bitte!

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